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83. U-Stammtisch "KI trifft Wirkung" v.l.n.r. Moritz Hall, Martin Stöhr, Frank Basten

KI trifft Wirkung: Change in Sozialunternehmen gestalten

Rückblick auf den 83. Unternehmer:innen-Stammtisch Leipziger Westen am 01. Juni 2026 im Impact Hub Leipzig

Wie kann KI im Sozialunternehmertum sinnvoll eingesetzt werden – und was bedeutet das für Organisationen, Rollen und Zusammenarbeit? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 83. U-Stammtischs Leipziger Westen, der erstmals im Impact Hub Leipzig auf dem historischen Industrieareal an der Naumburger Straße stattfand.

Rund 25 Teilnehmer:innen aus der Leipziger Sozialunternehmer- und Netzwerkszene kamen zusammen – für Impulse, Einblicke und echten Austausch.

Ein Ort, der selbst Wandel verkörpert

Martin Stöhr empfing die Gäste mit einem lebendigen Einblick in den Impact Hub Leipzig. Wo früher im VEB Schwermaschinenbau Krane gebaut wurden, die Menschen und Lasten bewegten, entstehen heute Verbindungen, die Ideen und Unternehmen voranbringen. Der Impact Hub ist Teil eines weltweiten Netzwerks in über 60 Ländern – und gleichzeitig ein Leipziger Familienunternehmen mit rund 160 Mitgliedsorganisationen und klarer Haltung: Menschen zusammenbringen, die etwas bewegen wollen.

Nach der Vorstellung führte Martin die Gruppe durch die Räume – ein Rundgang, der zeigte, wie Nachhaltigkeit, Geschichte und Innovation an einem Ort zusammenkommen können.

KI im Sozialunternehmertum – praxisnah und in drei Schritten

Moritz Hall von VoluLink zeigte anschließend, wie der Weg zum eigenen KI-Projekt konkret aussehen kann. VoluLink bringt KI-Expertise aus Hochschulen und Unternehmen in gemeinnützige digitale Projekte – und hat dabei einen klaren Dreischritt entwickelt:

Schritt 1 – Optimierungspotenzial identifizieren: Wo kostet ein Prozess unverhältnismäßig viel Zeit? Wo ist das Frustrationslevel hoch? Am Beispiel von Acker e.V. zeigte Moritz, wie die Vorbereitung von Schulgartenprojekten für Lehrkräfte mehrere Stunden pro Projekt bindet – und wie genau hier KI ansetzen kann.

Schritt 2 – Quick Win erzielen: Nicht sofort das große Projekt, sondern gezielt einen ersten Erfolg. Für Acker e.V. entstand ein KI-gestützter FAQ-Assistent auf Basis vorhandener PDFs und Webseiteninhalte – gebaut mit NotebookLM, getestet, iteriert.

Schritt 3 – Verstetigen: Der erste Prototyp wird ausgewertet, strategisch eingeordnet und schrittweise ausgebaut. Weitere Use Cases folgen – z.B. Bildanalyse von Schulgärten. KI wird so vom Experiment zur echten Organisationsentwicklung.

75 % sehen die Chance – nur 15 % handeln

Besonders eindrücklich war eine Zahl aus dem Trendbarometer der Sozialbank 2025: 75 % der sozialen Organisationen in Deutschland sehen in der Digitalisierung die Lösung, um trotz knapper Ressourcen keine Abstriche bei ihrer Wirkung zu machen. Doch nur 15 % haben bisher KI-Projekte gestartet.

Genau hier liegt die Chance – und die Verantwortung.

Fazit: KI ist ein Treiber von Change – wenn man weiß, wo man anfängt

Der 83. U-Stammtisch machte deutlich: KI ist kein Selbstzweck. Sie verändert, wie Organisationen arbeiten, entscheiden und Wirkung erzeugen. Entscheidend ist nicht die Technologie – sondern der erste konkrete Schritt. Optimierungspotenzial erkennen, einen Quick Win erzielen, und dann systematisch aufbauen.

Der Abend zeigte: Das ist kein Zukunftsthema. Das ist jetzt.

Impressionen

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke und Mittelstand-Digital (BMWE) statt. Hier gibt es auch umfangreiches Lernmaterial in Form von Podcasts, Videocasts und weiteren Veranstaltungshinweisen.