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84. U-Stammtisch „Interactive Producer & Human in the Loop" – Frank „Franky" Just in der wunderbar Plagwitz

Change-Management für die KI-Pipeline in Film & Video

Interactive Producer & Human in the Loop: Rückblick auf den 84. Unternehmer:innen-Stammtisch Leipziger Westen am 31. August 2026 in der wunderbar Plagwitz

Ein Museumsfilm braucht eine andere KI-Pipeline als ein Software-Prototyp. Eine Social-Media-Kampagne eine andere als eine interaktive Ausstellung. Genau darum ging es beim 84. U-Stammtisch Leipziger Westen, der führte 30 Teilnehmer in die wunderbar Plagwitz – Raum für interdisziplinäre Zukunftsforschung und Kooperationspartner des Abends.

Vier Genres, null Drehtage

Frank „Franky“ Just, Interactive Producer aus Leipzig, zeigte anhand echter Projekte, wie unterschiedlich KI-Content-Pipelines je nach Format aussehen. Ob Animation, szenischer Film, dokumentarisches Material oder Werbung – „Stand heute“ lassen sich alle vier Genres ganz ohne Drehtag realisieren.

Live am Beispiel demonstriert: aus einem Foto entstand binnen Sekunden ein komplett neuer Look – natürlich mit kleinen Fehlern. Der Aha-Effekt im Raum war deutlich spürbar – und zugleich Ausgangspunkt für Frankys zentrale These: Der Aufwand liegt unter der Oberfläche. Die Generierung selbst ist nur die Spitze des Eisbergs. Darunter liegen Auswahl, Konsistenz, Dramaturgie, Regie, Editing, Vertonung und Endfertigung – Arbeit, die nicht sichtbar, aber entscheidend ist.

Erst die Anforderungen, dann die Organisation

Ein Kernsatz des Abends: „Die Plattform folgt dem Projekt. Nie umgekehrt.“ Ob Closed-Source-Plattform oder Open-Source-Infrastruktur – die Wahl der Werkzeuge ist für Franky Just keine grundsätzliche, sondern eine projektbezogene Entscheidung. Jede bringt eigene Stärken und Schwächen mit: schnelle, hohe Qualität versus volle Datenkontrolle bei höheren Startkosten.

Human in the Loop – an jeder Station

Jede Pipeline beginnt mit einem Menschen. Das zog sich als roter Faden durch den Vortrag: Von der Idee über Text, Bild und Video bis zum fertigen Schnitt trifft an jeder Station ein Mensch die Wahl. Franky Just dirigiert KI-Gewerke so, wie er früher menschliche Spezialisten-Crews geführt hat – als Human in the Loop, der Ergebnisse prüft, verwirft und iteriert. „Kann ich dem trauen, was ich sehe?“ – die Antwort darauf ist für ihn nie „ungeprüft“.

Change-Management ist Teil des Handwerks

Neue Pipelines einzuführen heißt auch, Teams, Abläufe und Rollen neu zu denken. Franky Just machte deutlich: Wer Veränderung verschweigt, verliert den Raum. Wer sie offen benennt – auch das, was dabei wegfällt – schafft die Grundlage dafür, dass ein Team den Wandel mitträgt statt ihn zu erleiden.

Baut eure Pipeline: der interaktive Teil

Im zweiten Teil des Abends wurde es praktisch. In Kleingruppen entwickelten die Teilnehmer eigene KI-Pipelines – für Newsletter, Social Posts, Flyer und freie Szenarien. Die Aufgabe: markieren, wo die KI irrt und wo der Mensch entscheidet.

Am Flipchart entstanden konkrete Workflows – von der Zielgruppen-Definition über Text- und Design-Erstellung bis zu Versand und Reporting. Die Ergebnisse zeigten: Sobald die eigene Pipeline auf dem Papier steht, wird sichtbar, an welchen Stellen Automatisierung trägt – und wo der menschliche Blick unverzichtbar bleibt.

Fazit: Pipelines sind Handwerk, kein Selbstläufer

Der 84. U-Stammtisch machte deutlich: KI-gestützte Content-Produktion ist kein Plug-and-Play-Prozess. Sie verlangt eine bewusste Pipeline-Entscheidung, ständige menschliche Prüfung – und ein Team, das den damit verbundenen Wandel mitgehen kann. Wer das versteht, gewinnt nicht nur Tempo, sondern auch Kontrolle über die Qualität seiner Inhalte.

Impressionen

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke und Mittelstand-Digital (BMWE) statt. Hier gibt es auch umfangreiches Lernmaterial in Form von Podcasts, Videocasts und weiteren Veranstaltungshinweisen.