Du betrachtest gerade GEO trifft Agentic Commerce: Change-Management für die KI-getriebene Customer Journey
85. U-Stammtisch „GEO trifft Agentic Commerce" – Frank Basten, Thomas Rothe und Torsten Leidloff in der wunderbar Plagwitz

GEO trifft Agentic Commerce: Change-Management für die KI-getriebene Customer Journey

Rückblick auf den 85. Unternehmer:innen-Stammtisch Leipziger Westen am 5. Oktober 2026 in der wunderbar Plagwitz

Fast 60 % aller Google-Suchen enden heute ohne Klick – weil die KI die Antwort direkt liefert. Und wenn KI-Agenten nicht nur suchen, sondern gleich einkaufen, verschwindet die Customer Journey, wie wir sie kennen, fast vollständig. Genau diese doppelte Verschiebung stand im Mittelpunkt des 85. U-Stammtisch Leipziger Westen, der an die 30 Teilnehmer in die wunderbar Plagwitz führte.

From SEO to GEO: der Wandel der Suche in vier Phasen

Thomas Rothe, Fullstack-Entwickler bei Appsfactory und seit über 20 Jahren in der digitalen Welt unterwegs, zeichnete den Weg der Suchmaschinenoptimierung in vier Epochen nach: von der „Strings“-Ära (2000–2012, reines Keyword-Matching) über die „Things“-Ära mit Googles Knowledge Graph, die „Context“-Ära mit BERT und MUM, bis zur heutigen „Generative“-Ära, in der Antworten synthetisiert statt nur verlinkt werden

Thomas Rothe beim 85. U-Stammtisch Leipziger Westen

Seine zentrale Zahl: Mehr als 5 Billionen Google-Suchanfragen pro Jahr – durchschnittlich über 158.000 pro Sekunde, rund 15 % davon täglich neu und nie zuvor gestellt. Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur durch Rankings, sondern durch die Frage, ob die eigenen Inhalte in KI-generierten Antworten überhaupt zitiert werden.

Content Engineering für die KI: Pillar-Seiten, E-E-A-T und Information Gain

Thomas Rothe machte deutlich: Klassisches SEO bleibt die Basis – technische Erreichbarkeit, thematische Relevanz und Vertrauen zählen weiterhin. Neu ist die Tiefe, die es jetzt braucht:

  • Pillar- und Grounding-Pages liefern stabile, eindeutige Definitionen, die KI-Systeme als verlässliche Fakten nutzen können – statt vager Marketingaussagen.
  • E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trust) wird zum Filter: Ohne verifizierbares Vertrauen sortiert die KI Inhalte als Spam aus.
  • Information Gain entscheidet, ob ein Text überhaupt zitiert wird. Wer nur zusammenfasst, was die Konkurrenz längst geschrieben hat, wird von der KI wegkomprimiert. Eigene Daten, echte Erfahrungswerte und klare Haltung zählen.

Besonders aufschlussreich: Unterschiedliche KI-Systeme bevorzugen unterschiedliche Formate – ChatGPT klare Schritt-für-Schritt-Strukturen, Gemini multimodale Inhalte, Perplexity harte Fakten, Claude ausführliche, nuancierte Analysen. Eine einheitliche Content-Strategie für „die KI“ gibt es nicht.

Agentic Commerce: Wenn die KI nicht mehr fragt, sondern handelt

Torsten Leidloff beim 85. U-Stammtisch Leipziger Westen

Torsten Leidloff, KI-Enabler, Adopt AI Ambassador bei ARTEFACT und Gründer der AI Community Leipzig, knüpfte direkt an diesen Wandel an – und zeigte, wohin er führt. Sein Ausgangspunkt: der Sprung vom Chatbot zum Einkaufsbeauftragten. Wo KI heute noch antwortet, empfiehlt und auf den nächsten Prompt wartet, wird der KI-Agent von morgen selbstständig handeln, nach Vorgaben entscheiden und Aufgaben erledigen – „Ich habe das Passende gebucht“ statt „Hier sind fünf Hotels“.

Die klassische Customer Journey – suchen, klicken, lesen, vergleichen, kaufen – kollabiert laut Leidloff zu einem direkten Pfad: Nutzer-Prompt, API-Backend, Kauf. Besonders plastisch: Wenn das Interface in Smartphone, Brille oder Kopfhörer wandert, verschwindet die visuelle Klickoberfläche für Werbung komplett. Sein Beispiel: „Wir haben keine Milch mehr“ – der Agent kennt Marke, Händler, Preis und Lieferadresse und erledigt den Rest im Hintergrund.

Willkommen im B2A: Business-to-Agent

Mit diesem Wandel entsteht eine neue Kategorie: B2A – Business-to-Agent. Der Mensch bleibt Kunde, der Agent wird Einkäufer. Für Unternehmen heißt das laut Leidloff dreierlei: maschinenlesbare Nachweise statt Marketingtexte, Fakten-Fokus statt emotionaler Trigger – denn Rabatt-Popups und Bilder wirken bei Algorithmen nicht –, und eine Infrastruktur, die Agenten überhaupt „finden, verstehen, vertrauen und mit ihr transagieren“ lässt.

Agentic Commerce betrifft dabei längst nicht nur den Online-Handel: Ob Restaurant-Reservierung, Handwerker-Beauftragung, Hotelbuchung oder B2B-Bestellung – überall dort, wo ausgewählt, gebucht oder beauftragt wird, entscheidet künftig auch, welches Unternehmen für einen Agenten überhaupt sichtbar und transaktionsfähig ist.

Fazit: Zwei Fragen entscheiden über die Zukunft

Der 85. U-Stammtisch machte deutlich: Sichtbarkeit (GEO) und Kaufentscheidung (Agentic Commerce) sind zwei Seiten derselben Verschiebung – weg vom menschlichen Klick, hin zur maschinellen Entscheidung. Für Unternehmen heißt das, zwei Fragen für sich zu beantworten: 1. Wird eine KI bei mir einkaufen? 2. Und was lasse ich meine eigene KI für mich einkaufen? Wer beide Fragen ernst nimmt, muss nicht nur Technik verstehen, sondern Content, Prozesse und Vertrieb aktiv neu denken.

Impressionen

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke und Mittelstand-Digital (BMWE) statt. Hier gibt es auch umfangreiches Lernmaterial in Form von Podcasts, Videocasts und weiteren Veranstaltungshinweisen.

Dieser Artikel wurde KI-unterstützt erstellt.